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Archiv
22.05.2012, 21:05 Uhr
Landtagswahlkampf: CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann im Bürgerzentrum
Bericht im RGA vom 11.05.2012
 von Andreas Weber
Als der Termin arrangiert wurde, sollte Karl-Josef Laumann nur eine goldene Ehrennadel überbringen. Die Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Wermelskirchen hatte ihren Bundesvorsitzenden gebeten, den ausgeschiedenen Ortschef Werner Allendorf für 34 Jahre Vorsitz auszuzeichnen.

Gestern Nachmittag kam der 54-jährige Münsterländer dann vor allem als Wahlkämpfer ins Bürgerzentrum. Denn seine CDU will nach zwei Jahren Pause wieder zurück in die Regierungsverantwortung. 70 Zuhörer hatten geduldig 20 Minuten auf den verspäteten NRW-Spitzenpolitiker gewartet, der 15 Jahre im Bundestag saß, 2005 NRW-Minister wurde und ab 2010 die CDU-Fraktion in Düsseldorf führte.

Als CDA-Recke berief sich Laumann auf die christliche Soziallehre, mahnte an, dass der Sonntag ein arbeitsfreier Tag zu bleiben habe. Eine gesunde Gesellschaft brauche intakte Familien, um sich zu entwickeln, forderte der dreifache Vater weiter. Doch wie solle das gehen, "wenn in NRW zurzeit jede zweite Einstellung eine befristete ist".

Wer solle sich angesichts unsicherer Berufsperspektiven ruhigen Gewissens für die Gründung einer Familie entscheiden? Laumann trat für unbefristete Jobs ein und höhere Löhne. "Wer heute 7,50 Euro die Stunde verdient, muss 47 Jahre arbeiten, damit er eine Rente erhält, die der Grundsicherung entspricht."

Der Gast wetterte in seiner halbstündigen Rede gegen verantwortungslosen Umgang mit Schulden. Es sei kurz vor 12, das Ruder rumzureißen. Denn die geburtenstarken Jahrgänge sind heute zwischen 50 und 60 Jahre alt.

"Demnächst werden zwei Steuerzahler aus dem Berufsleben ausscheiden und nur durch einen ersetzt." Über dem teuren Sozialstaat schwebe das Damoklesschwert. "Gnade uns Gott, wenn wir die Schuldenfrage jetzt nicht in den Griff bekommen." An die zukünftige Landesregierung appellierte er, sich weniger von Ideologie denn von Pragmatismus leiten zu lassen. Kleinliche Bevormundungen wie strikte Rauchverbote in Gastronomien auch bei Privatveranstaltungen dürfe es nicht geben, polterte Laumann gegen Rot-Grün.

Rainer Deppe, CDU-Kandidat im hiesigen Wahlbezirk, hatte SPD und Grüne zuvor angegriffen. Landeszuschüsse flössen nicht mehr in den ländlichen Raum, sondern in die Ballungsgebiete. Eine Stadt wie Wermelskirchen hätte nach dem alten Schwarz-Gelb-Verteilungsschema mit jährlich 4,2 Millionen Euro Zuweisung rechnen können, erhalte aber 2012 nur exakt die Hälfte.

"Das Geld ist nicht weg, nur geht es ins Ruhrgebiet", ärgerte sich Deppe. Der Kreis verliere dadurch allein dieses Jahr 20 Millionen. Er forderte: "Der ländliche Raum muss auf Augenhöhe behandelt werden". Dies müsse die CDU den Rhein-Bergern in den letzten beiden Wahlkampftagen klarmachen.

Deppe kündigte deshalb an, den Wähler mit roten Rosen zu beglücken. Zwei dicke Sträuße neben dem Rednerpult deuteten es an: 10.000 Bürgergespräche wollen die Christdemokraten im Endspurt um die Stimmengunst mit 10.000 Blumen versüßen.





 
aktualisiert von Stephan Eisbach, 13.11.2012, 21:25 Uhr