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09.02.2009, 18:49 Uhr
CDU nominiert ihre Kommunalwahl-Kandidaten
Andreas Weber vom Wermelskirchener Generalanzeiger berichtet über die Kandidatennominierung der CDU Wermelskrchen für die Kommunalwahl 2009.

Sein geschriebenes Konzept hatte Volker Schmitz Dienstagabend erst einmal beiseite gelegt. Die Begrüßung des Vorsitzenden auf der CDU-Mitgliederversammlung im Bürgerzentrum fiel heftig aus.

 

Die Zeitungsnachricht, dass die lange brachliegende Zukunftswerkstatt urplötzlich die Parole "40 000 Einwohner plus" für Wermelskirchen als Vision auffrische, trieb ihn auf die Palme. "Dieser Wiederbelebungsversuch so kurz vor der Wahl ist nicht mehr als eine Imagekampagne, inszeniert vom Bürgermeister."

 

Schmitz rechnete dem vollbesetzten Saal vor: Wenn wir jedes Jahr 60 Familien hinzugewinnen würden, wie von den Werkstatt-Moderatoren angestrebt, gleichzeitig aber weiter 200 Einwohner jährlich verlieren, bliebe das Ziel immer ein frommer Wunsch. Volker Schmitz kritisierte auch den mangelnden Kommunikationsfluss in Sachen Konjunkturpaket: "Es hat einen regen Informationsaustausch zwischen Innenministerium und Bürgermeister gegeben. Die Details sind allerdings nur seinem Bündnis mitgeteilt worden."

 

Wir brauchen, wetterte der CDU-Chef, "einen Bürgermeister, der auf Kommunikation mit der gesamten Politik setzt und nicht auf Vetternwirtschaft". Dieses "Theater" sei "untragbar" und eine "Missachtung des Rates". Die anschließende Aufstellung der Kommunalwahl-Kandidaten ging dank der launigen und kurzweiligen Moderation von Thorsten Schmalt vergnüglicher, wenngleich nicht ohne Dellen ab. Im Wahlkreis 19 in Dhünn gab es nämlich einen Kampf-Entscheid. Holger Kowalewske war vom CDU-Vorstand nominiert, Regina Schneider forderte ihn heraus.

 

Die 42-jährige Mutter zweier Kinder startete ihre politischen Aktivitäten in der Schüler-Union und war später stellvertretende JU-Vorsitzende in Wermelskirchen. "Am Herzen liegt mir der Erhalt des Schulstandortes Dhünn und der Durchstich der Straße Am Scheffenteich", erläuterte Schneider ihre Prioritäten. Letzteres steht im 19-seitigen Wahlprogramm 2009 - 2014, um die "chaotische Verkehrssituation vor dem Kindergarten endlich zu beenden" (Schmitz).

 

Von den 74 Stimmberechtigten unter den Anwesenden entschieden sich 42 für Kowalewske, 26 für Schneider. Die Gegenkandidatin fiel durch, revanchierte sich aber auf einem Nebenkriegsschauplatz, als sie bei der Nominierung der persönlichen Vertreter für die Kreistagswahlbezirke anstelle von Volker Schmitz Therese Rehn ins Spiel brachte.

 

Schmitz siegte bei der folgenden Abstimmung deutlich, sah aber - mutmaßlich dank der Opposition aus der Schneider-Ecke - bei seiner eigenen Wahl im Wahlbezirk 20 denkbar schlecht aus. Mit 55 Ja-Stimmen erhielt der CDU-Vorsitzende die niedrigste Zustimmung aller 20 Wahlkreis-Vertreter, von denen Stefan Leßenich (70) am besten abschnitt.

 

Ein Viertel aller Kandidaten ist neu. Altgediente wie Meinhard Birker und Helga Loepp sind nicht mehr dabei, stattdessen treten mit Holger Kowalewske, Brigitte Krips, Gerhard Koch, Michael Schneider und dem Jüngsten im Bunde, dem JU-Vorsitzenden Ilja Sinner, fünf Debütanten in den politischen Ring.

Der Erfahrenste ist Klaus Seeger. Zum achten Mal bewirbt sich der Schulexperte um ein Mandat. In seinem kurzen Statement am Rednerpult zeigte sich Seeger sichtlich genervt vom politischen Klima in dieser Stadt, in dem es zunehmend darum ginge, nur den Gegner zu diskreditieren als über Fakten zu sprechen: "Früher war das Erreichte wichtig, heute genügt das Erzählte."

 

In dem vierstündigen Rede-, Vorstellungs- und Abstimmungsmarathon ergriff Bürgermeisterkandidat Hans-Dieter Husfeldt zum Schluss das Wort. Martin Bosbach hatte ihm zuvor attestiert, dass er allein mit der Rechtsdiskussion über eine europaweite Ausschreibung "mehr in dieser Sache bewegt habe als der Bürgermeister in der kompletten Wahlperiode". Daran anknüpfend, mahnte Husfeldt noch einmal, nicht vor dem Zug schon viele Millionen bei der Umgestaltung dieses zentralen Platzes in den Sand zu setzen.

 

Husfeldt versprach, sich als Chef im Rathaus eine Zertifizierung einzusetzen, das Gütesiegel "mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung". Intern riet er den Anwesenden - auch angesichts der einen Kampf-Kandidatur - es wie Barack Obama und Hillary Clinton zu halten. "Gehen Sie aus dem Saal nicht mit einem Grummeln im Bauch, sondern ziehen Sie ab heute an einem Strang."

 

CDU-KANDIDATEN

WAHLBEZIRKE 1 bis 7 1: Rolf Dannenberg, Eipringhausen 34, 53 Jahre, Werkstoffprüfer; 2: Monika Müller, Oststraße 7, 60 Jahre, Konrektorin; 3: Manfred Groß, Wüstenhof 6 a, 68 Jahre, gelernter Drechsler, Kaufmann i.R.; 4: Brigitte Krips, Lüffringhausen 49, 61 Jahre, nicht berufstätig; 5: Gerhard Koch, Paulusstraße 66, 50 Jahre, Diplom-Ingenieur (Sachverständiger für Unfallrekonstruktion); 6: Klaus Seeger, Kattwinkelstraße 1, 66 Jahre, Vertriebsleiter; 7: Werner Allendorf, Im Wolfhagen 35, 62 Jahre, Bundesbahn-Inspektor i.R.

 

WAHLBEZIRKE 8 bis 13 8: Stefan Leßenich, Peter-Molineus-Straße 6, 28 Jahre, Bankkaufmann; 9: Annelene Petsch, Hilfringhauser Straße 19, 61 Jahre, Hausfrau; 10: Bernd Meyer, Eich 48, 58 Jahre, kaufmännischer Angestellter; 11: Therese Rehn, Forstring 70, 52 Jahre, Erzieherin; 12: Stephan Eisbach, Hasenpfad 63, 51 Jahre, Bankkaufmann; 13: Ilja Sinner, Am Hasselbusch 12, 22 Jahre, staatl. geprüfter Versicherungsfachmann, z.Zt. Zivildienstleistender.

 

WAHLBEZIRKE 14 bis 20 14: Karl-Heinz Wilke, Paulusstraße 61, 49 Jahre, Diplom-Ökonom, Kaufmann; 15: Thorsten Schmalt, Pohlhauser Straße 28 a, 38 Jahre, Lehrer; 16: Martin Bosbach, Altenberger Straße 3, 44 Jahre, Dachdeckermeister; 17: Michael Schneider, An der Mehrzweckhalle 8, 43 Jahre, selbstständig; 18: Martin Fleschenberg, Pantholz 35, 38 Jahre, Steuerberater; 19: Holger Kowalewske, Heisterstraße 8, 49 Jahre, Verkaufsleiter Automobilbranche; 20: Volker Schmitz, Hammesrostringhausen 8, 44 Jahre, Vermessungstechniker.

 

RESERVELISTE 1. Volker Schmitz, 2. Klaus Seeger, 3. Martin Bosbach, 4. Karl-Heinz Wilke, 5. Monika Müller, 6. Werner Allendorf, 7. Bernd Meyer, 8. Thorsten Schmalt, 9. Stephan Eisbach, 10. Stefan Leßenich, 11. Michael Schneider, 12. Manfred Groß, 13. Therese Rehn, 14. Annelene Petsch, 15. Rolf Dannenberg, 16. Brigitte Krips, 17. Holger Kowalewske, 18. Martin Fleschenberg, 19. Gerhard Koch, 20. Ilja Sinner.

 

 
 
 
 
 
 
 

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aktualisiert von Stephan Eisbach, 02.05.2010, 19:04 Uhr
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