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27.12.2009, 14:41 Uhr
"Gesundheitsprämie kommt wohl nicht"
Jahresauftaktveranstaltung 2010 der CDU Wermelskirchen
Unter dieser Überschrift berichtet Hartmut Engelbrecht im WGA vom 19.01.2010 von der Jahresauftaktveranstaltung der CDU Wermelskirchen mit dem Gastredner Wilfried Jacobs, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg
Bürgerzentrum Wermelskirchen - Vor überraschend lichten Reihen begrüßte Vorsitzender Volker Schmitz im großen Saal des Bürgerzentrums zur vierten Jahresauftaktveranstaltung des CDU-Stadtverbands.Schmitz mahnte nach dem "schwierigen" Wahljahr 2009 angesichts der bevorstehenden nordrhein-westfälischen Landtagswahl (9. Mai) die "Rückkehr zur Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt" an. 

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/ Hamburg hielt sich als Referent des Tages nicht lange bei irgendwelchen Vorreden auf. "Von den heute noch 160 bestehenden Krankenkassen werden 120 verschwinden, und die dann verbleibenden 40 sind für die Versicherten immer noch Auswahl genug."

Zu den "falschen Kosten, die reduziert werden müssen", zählte Jacobs die Verwaltungsausgaben der Kassen ebenso wie eine Reduzierung des Medizinbetriebes an den Schnittstellen.

Jacobs stellte ihnen "richtige" Kosten gegenüber: durch die demografische Entwicklung und medizinische Weiterentwicklung verursachte Ausgabe. Denn es dürfe keine Diskussion um berechtigte oder unberechtigte Medikationen für ältere Menschen geben.

Gleichwohl verkennt Wilfried Jacobs nicht, dass der demografische Wandel dazu führe, dass bald 1 arbeitender junger Mensch für 1,5 Rentner aufkommen muss - "früher betrug das Verhältnis 6:1".

Gesundheitspolitik ist nach Auffassung des Referenten "ein vermintes Gelände, und die Zahl der Gesundheitspolitiker ist dramatisch gestiegen, wie auch die Finanzierung der Gesundheitspolitik in den nächsten zehn Jahren zu Lasten der Arbeitnehmer teurer werden wird."


Seine griffigen Formulierungen und Schlüsse standen im Widerspruch dazu, dass sich Politik so schwer tut. "Es ist genug Geld da", sagte Jacobs, "wir verteilen es nur falsch."

30 Prozent der Medikamente seien ohne Nutzen, und 30 % seien hier teurer als überall sonst in Europa. Es brauche eine Prioritätenliste für Medikamente. Problem sei auch, dass "wir in Deutschland alle Leistungen gleich bezahlen, ohne die Qualität zu berücksichtigen".

Nichts sei wichtiger als ein funktionierender Hausarzt, und der müsse gestärkt und gefördert werden, sagte Jacobs. Die Praxisgebühr hält er für "völligen Blödsinn" und legt sich auch fest, dass die Gesundheitsprämie in den nächsten Jahren nicht kommt: "Da ist eher der Wolfgang Bosbach noch in der Politik und bin ich schon in Rente." 

Das Rahmenprogramm der Veranstaltung gestalteten der Posaunenchor Hilgen-Neuenhaus und die Tanzgruppen von Luise Kleiner.
 
aktualisiert von Stephan Eisbach, 10.05.2012, 20:41 Uhr
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